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"Synagoge in Vöhl"
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Link zur Broschüre "Erinnern an jüdisches Leben in Waldeck-Frankenberg"

Freitag, 4. Oktober 2019, 19 Uhr, Vortrag: "Krankenpflege im Nationalsozialismus"


Von 1933 bis 1945 verwendete Flagge der Frauenabteilung des DRK
Fornax
, Deutsches Rotes Kreuz 1933-1945 weiblich, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

„Mit Tränen in den Augen haben wir die Spritzen aufgezogen“
Die Geschichte der
Krankenpflege in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus

Ruth Piro-Klein, 2. Vorsitzende des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, schildert am Freitag, 4. Oktober, um 19 Uhr in der Synagoge in Vöhl in einem Bildvortrag den Mitgliedern und Gästen des Förderkreises „Synagoge in Vöhl“ die Rolle der Krankenpflege und ihrer Berufsorganisationen in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Die Pflegerin gilt seit dem 19. Jahrhundert als Helferin des Arztes, dessen Anordnungen sie widerspruchslos zu befolgen hatte. Dies führte dazu, dass auch die professionelle Krankenpflege an den Maßnahmen der Rassenhygiene beteiligt wurde. Sie arbeiteten an staatlich geregelten geburtsfördernden Programmen zur Erhaltung und Förderung hochwertiger Erbanlagen für Erbgesunde ebenso mit wie an der Ausschaltung minderwertiger „Ballastexistenzen“.
Die neuen Machthaber erkannten früh den Wert dieser Berufsgruppe für ihre Gesundheitspolitik. Vor allem in der ambulanten Pflege waren Pflegerinnen nützlich, da sie in den Familien tiefe Einblicke in die häuslichen Verhältnisse erhielten und so behinderte Kinder und von der Norm abweichendes Verhalten der Erwachsenen erkennen und melden konnten.
Pflegende assistierten bei Zwangssterilisationen und bei der Vernichtung „Lebensunwerter“ in den T4-Anstalten.
Den nicht immer „linientreuen“ Pflegeorganisationen - wie z.B. der katholischen Ordenspflege und der Diakonie - wurde eine neue Struktur entgegengestellt, die NS-Schwesternschaft.
Zum Dank für die Mithilfe bei Maßnahmen der Rassehygiene und der Tötung kranker Menschen wurde allen Pflegenden mit dem Krankenpflegegesetz von 1938 erlaubt, sich Krankenschwester zu nennen. Dieser Berufstitel war bis dahin nur Ordensfrauen und Diakonissen vorbehalten.
Gleichzeitig wurden die jüdischen Pflegevereine ausgegrenzt und auf die Versorgung jüdischer Patienten reduziert.
Am Ende des Nationalsozialismus stand die Krankenpflege in Deutschland wie viele andere Berufsgruppen vor der Aufgabe, dieses Kapitel ihrer beruflichen Geschichte aufzuarbeiten.Ruth Piro-Klein, Lehrerin und Leiterin des Bildungszentrums am Stadtkrankenhaus Korbach a.D., möchte mit ihrem Vortrag an diese dunkle Zeit der deutschen Krankenpflege erinnern, stellt aber auch mutige Krankenschwestern vor, die Widerstand leisteten.

      
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