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"Synagoge in Vöhl"
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Schre­cken der NS-Zeit auf­ge­zeigt

Schre­cken der NS-Zeit auf­ge­zeigt

Land­kul­tur­bo­ten stel­len in der Vöh­ler Syn­ago­ge ih­re Ab­schluss­pro­jek­te vor

Die Land­kul­tur­bo­ten und ih­re Un­ter­stüt­zer: (von links) Le­na Sell mit Lu­cky, Ni­co Sell, Ca­ra Rich­ter, Lui­sa Wil­ke, Ma­li Klö­cker, Kim­ber­ly Si­mon, Bür­ger­meis­ter Kars­ten Kal­hö­fer, Dr. Ste­fan Herr­mann, Ro­ta­ry Club Kor­bach-Bad Arol­sen, Karl-Heinz Stadt­ler, Vor­sit­zen­der des För­der­ver­eins. Fo­tos: Bar­ba­ra Lie­se

Vöhl – „Wir sind le­gal bis zur letz­ten Gal­gen­spros­se, aber ge­henkt wird doch.“ Mit die­sem Zi­tat von Jo­seph Go­eb­bels be­en­de­te Lui­sa Wil­ke ih­re be­ein­dru­cken­de Pro­jekt­prä­sen­ta­ti­on in der Syn­ago­ge in Vöhl. Sie ist ei­ne der sechs Schü­le­rin­nen und Schü­le­rin­nen, die in die­sem Jahr an dem Pro­jekt Land­kul­tur­bo­ten des För­der­krei­ses Syn­ago­ge in Vöhl teil­nah­men.

Nach ei­ner Ein­füh­rung in die Ge­schich­te des Ge­bäu­des, die Ent­wick­lung jü­di­schen Le­bens in der Ge­mein­de und das Ver­schwin­den der jü­di­schen Fa­mi­li­en über­nah­men die jun­gen Land­kul­tur­bo­ten wäh­rend der Som­mer­fe­ri­en die Füh­run­gen durch das Haus. Gleich­zei­tig ar­bei­te­ten sie je­weils an ei­nem per­sön­li­chen Pro­jekt zu ei­nem The­ma ih­rer Wahl.

„Die­se Grup­pe war sehr en­ga­giert und selbst­stän­dig“, freu­te sich der Vor­sit­zen­de des För­der­krei­se, Karl-Heinz Stad­ler. „Hier zu ar­bei­ten ist ei­ne be­son­de­re und an­spruchs­vol­le Auf­ga­be. Ich konn­te die­ser Grup­pe von An­fang an ver­trau­en. Das In­ter­es­se der Ju­gend­li­chen an den The­men, mit de­nen sie bei uns kon­fron­tiert wer­den, und die In­ten­si­tät, mit der sie an ih­rem Pro­jekt ar­bei­ten ist be­mer­kens­wert“, be­ton­te er.

Lui­sa Wil­ke ist Schü­le­rin der Al­ten Lan­des­schu­le in Kor­bach. Mit gro­ßer Sorg­falt hat­te sie ih­ren Vor­trag zu dem kom­ple­xen The­ma „Von der Dik­ta­tur zur De­mo­kra­tie“ vor­be­rei­tet. Es ge­lang ihr, sach­lich und wert­frei den ge­setz­lich le­ga­len Weg Deutsch­lands von der De­mo­kra­tie zur Dik­ta­tur nach­zu­zeich­nen. Sie ver­zich­te­te auf Schuld­zu­wei­sun­gen und per­sön­li­che oder po­li­ti­sche Bot­schaf­ten. Ge­ra­de die­se Neu­tra­li­tät er­mög­lich­te ei­nen frei­en Blick auf die Ver­ant­wor­tung je­des Ein­zel­nen, auch in ei­ner funk­tio­nie­ren­den De­mo­kra­tie wach­sam zu sein.

Die fol­gen­den Prä­sen­ta­tio­nen the­ma­ti­sier­ten die Fol­gen des 30. Ja­nu­ar 1933. Sorg­fäl­tig re­cher­chier­te Fak­ten und Zu­sam­men­hän­ge stan­den auch hier im Vor­der­grund. Ge­ra­de das aber ließ die ge­schil­der­ten Schre­cken des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­son­ders klar er­schei­nen.

Ma­li Klö­cker aus Ma­ri­en­ha­gen, be­rich­te­te von Kin­dern und Ju­gend­li­chen in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern. Ne­ben nüch­ter­nen Zah­len hat­te sie sehr emo­tio­na­le Ge­schich­ten zu er­zäh­len, von den Kin­dern, die sie die „ver­ges­se­nen Kin­der“ nann­te.

Kim­ber­ley Si­mon ist schon zum zwei­ten Mal Land­kul­tur­bo­tin. Sie hat sich in ih­rer Mut­ter­spra­che in der Haupt­sa­che um den Aus­bau des eng­li­schen Teils des In­ter­net­auf­tritts ge­küm­mert. Mit dem The­ma „Ju­den­ver­fol­gung im Mit­tel­al­ter“ gab sie au­ßer­dem ei­nen ge­schicht­li­chen Über­blick über die Zeit und die Ver­fol­gun­gen, die die Ju­den vor al­lem im Zu­sam­men­hang mit an­de­ren Re­li­gio­nen er­le­ben muss­ten.

Ca­ra Rich­ter ist eben­falls Schü­le­rin der Al­ten Lan­des­schu­le. „Das Son­der­kom­man­do von Ausch­witz war die schreck­lichs­te Auf­ga­be, die die SS ei­nem Häft­ling zu­tei­len konn­te“, er­fuhr man in ih­rem Vor­trag. Die Häft­lin­ge muss­ten die Kre­ma­to­ri­en des Ver­nich­tungs­la­gers be­die­nen, die Er­mor­de­ten aus den Gas­kam­mern ent­fer­nen, sie be­rau­ben, ver­bren­nen und am En­de be­sei­ti­gen. Sie wa­ren Op­fer und Hel­fer zu­gleich; ge­hasst von bei­den Sei­ten und im­mer selbst dem Tod ge­weiht.

Ni­ko Sell aus Ma­ri­en­ha­gen ist eben­falls zum zwei­ten Mal Land­kul­tur­bo­te in der Syn­ago­ge. Für sein Pro­jekt „Pol­ni­sche Zwangs­ar­bei­ter“ fand er mit dem so­ge­nann­ten „Po­len­kreuz“ bei ei­nem Wald­stück „Am Knapp“ in Herz­hau­sen ei­nen di­rek­ten re­gio­na­len Be­zug.

Dort wo heu­te das Ge­denk­kreuz steht, jährt sich in die­sem Jahr zum acht­zigs­ten Mal der Tag der Er­mor­dung von sechs pol­ni­schen Zwangs­ar­bei­tern. „Für den 19. De­zem­ber, dem To­des­tag, ha­ben wir wie­der ei­ne Ge­denk­fei­er ge­plant, Ni­kos Ar­beit wird da­bei si­cher ei­ne gro­ße Rol­le spie­len“, kün­dig­te Karl Heinz Stadt­ler an.

Le­na Sell konn­te das gro­ße The­ma „Ari­sie­rung und Re­sti­tu­ti­on“ in ih­rem Hei­mat­ort Ma­ri­en­ha­gen nach­emp­fin­den. Die „Ari­sie­rung“ und Ent­eig­nung jü­di­schen Ei­gen­tums war ein sehr ein kom­ple­xer po­li­ti­scher und ge­sell­schaft­li­cher Pro­zess mit vie­len Be­tei­lig­ten. Der Weg zu ei­ner Wie­der­gut­ma­chung nach dem Zwei­ten Welt­krieg war lang­wie­rig und kom­pli­ziert. Auch in Ma­ri­en­ha­gen fiel die An­er­ken­nung und Un­ter­stüt­zung der Be­tref­fen­den den Be­hör­den schwer.

syn­ago­ge-vo­ehl.de


Sarah Küpfer sprach für alle den Sabbat-Segen.

Es ist Freitagabend, kurz vor Sonnenuntergang. Zwischen all den Informationen der Präsentationen und Gefühlen, die mit den Erinnerungen auflebten, überraschte Sarah Küpfer in der Vöhler Synagoge mit einem weiß gedeckten Tisch. Auf ihm stehen zwei Kerzen, Wein und Brot bereit für den Kiddusch, dem Segensspruch über Wein und Brot. Sie spricht für alle den Segen, der den Sabbat, den Ruhetag im Judentum, einläutet.  bl


      
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