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"Bin zu brechen, aber nicht zu biegen"

„Bin zu brechen, aber nicht zu biegen“

 

Kurt Finkenstein und der für ihn gesetzte „Stolperstein“ in Kassel, Kathäuser Straße. Fotos: pr 

Vöhl. Zum Holocaust-Gedenktag thematisch passend eröffnet der „Förderkreis Synagoge in Vöhl“ sein Jahresprogramm mit dem Kasseler Kommunisten und Juden Kurt Finkenstein, der im Januar 1944 im Alter von 50 Jahren in Auschwitz ermordet wurde. Am Sonntag, 29. Januar, 16 Uhr, liest der Kasseler Erziehungswissenschaftler Professor Dietfrid Krause-Vilmar in der ehemaligen Vöhler Synagoge aus Briefen und Gedichten Finkensteins.

Kurt Finkenstein stammte aus Straßburg; seine Mutter war polnische Jüdin, sein Vater deutscher Offizier. Er erlernte den Beruf eines Zahntechnikers, war Schriftsteller und Freigeist, wurde im Ersten Weltkrieg zum Pazifisten, in der Zeit der Weimarer Republik war er zeitweise auch Mitglied der Kommunistischen Partei.

Vom Juli 1935 bis Januar 1944 war er unschuldig eingesperrt, im Zuchthaus Kassel-Wehlheiden, im Lager Breitenau und in Auschwitz. In diesen Haftjahren entstanden seine Briefe und Gedichte an seine Lebensgefährtin Käte Westhoff.

Eine souveräne geistige und moralische Haltung kommt darin zur Sprache, die der Blut- und Bodenmystik der Nazis diametral entgegengesetzt war. Freiheit, Weltoffenheit, Recht und Rechtsstaat, vor allem aber Frieden und Menschenliebe waren für Finkenstein feste Bezugspunkte seines Denkens und Handelns.

Der Kasseler Erziehungswissenschaftler Krause-Vilmar hatte 2001 in einer umfassenden und wissenschaftlich fundierten Edition Finkensteins „Briefe und Gedichte aus der Haft“ veröffentlicht. Jetzt hat er mit dem Büchlein „Kurt Finkenstein – Ich bin zu brechen, aber nicht zu biegen“ eine kleine Auswahl daraus veröffentlicht.

Krause-Vilmar, der mit dem Förderkreis seit seiner Gründung eng verbunden ist, wird in der Vöhler Synagoge einige der Briefe Finkensteins vortragen und kommentieren. Die Lesung wird begleitet von den Jazzmusikern Stefan Metz (Tenorsaxophon) und Natsuko Inada (Piano).

Kaffee und Kuchen

Ab 14.30 Uhr gibt es bereits Kaffee und selbst gebackene Kuchen in der Vöhler Synagoge. Es ist zu einer lieben Tradition für Nachmittagsveranstaltungen in der Synagoge geworden: Schmackhafte Kuchen und zum Genießen verführende Torten laden zum Ausruhen und zu netten Gesprächen ein. Außer Kaffee gibt es auch verschiedene Tees zur Auswahl. Wer Lust dazu hat, kann sich gern auch in den anderen Räumen des Gebäudes umsehen. Neu ist der Archiv- und Bibliotheksraum im Dachgeschoss, der seit dieser Woche nach Absprache zum Lesen und zum Forschen zur Verfügung steht. (r)

 

 

 

      
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