Förderkreis
"Synagoge in Vöhl"
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Link zur Broschüre "Erinnern an jüdisches Leben in Waldeck-Frankenberg"

Sonntag, 8. November 2009, 10-jähriges Vereinsjubiläum

Sonntag, 8. November 2009
Feier zum 10-jährigen Bestehen des Förderkreies Synagoge Vöhl e.V.

Landeszeitung
und/oder Frankenberger Zeitung
Montag, 9. November 2009 ©Jörg Kleine


Eine Thora-Rolle und ein wertvolles Pessach-Buch sind zwei neue Exponate
in der Vöhler Synagoge.
                                                 Fotos: Jörg Kleine

Kostbarkeiten für die Synagoge
Feier zum 10-jährigen Bestehen des Förderkreises in Vöhl • Heute Gedenkveranstaltung

Mit einer Thora-Rolle und hebräischen Setzkästen hat die Vöhler Synagoge zwei neue Schätze erhalten. Zum zehnjährignen Bestehen blickt der Förderkreis in eine spannende Zukunft der Begegnungsstätte.

VON JÖRG KLEINE

Vöhl.
Sie ist kein Gotteshaus, die Vöhler Synagoge. Sonst wäre die spannende Arbeit des Förderkreises vielfach Makulatur. Nein, die Vöhler Synagoge ist ein Ort der Begegnung. Es ist ein Mahnmal der Geschichte, ein Symbol für das Schicksal jüdischer Mitbürger durch den Holocaust. Er gibt aber zugleich Raum für lebendige, fröhliche Veranstaltungen.

Zwei Triebfedern dieses Konzepts sind Kurt-Willi Julius und Karl-Heinz Stadtler. Julius als nimmermüder Chef des Förderkreises, der mit Restaurierung und Programm der Synagoge selbst international für Aufmerksamkeit sorgt. Stadtler als "tragende Säule" der Forschungsarbeit, wie Julius unterstreicht.

Julius und Stadtler

So gab es am Sonntag zur öffentlichen Geburtstagsfeier des Förderkreises viel Applaus für Julius und Stadtler  aber ebenso für viele andere, die sich um das Projekt verdient gemacht haben. Für Jürgen Evers etwa, den unermüdlichen Heimatkundler. Evers stiftete der Synagoge zur Geburtstagsfeier am Sonntag ein besonderes Erinnerungsstück: den Nachdruck eines Huldigungstextes, den die jüdische Gemeinde ehedem Großherzog Ludwig von Hessen-Darmstadt gewidmet hatte.


Jürgen Evers stiftete den
Nachdruck eines Huldigungstextes
der früheren jüdischen Gemeinde in Vöhl.

Helge-Ulrike Hyams wartete zudem mit drei Kostbarkeiten auf: ein neun Meter langes Fragment einer jüdischen Thora-Rolle, zwei originale Setzkästen mit hebräischen Lettern und ein Pessach-Buch von 1946.

Die Pädagogik-Professorin leitete in Marburg lange Jahre das Kindheits-Museum. Zusammen mit ihrem 1993 verstorbenen Mann, einem gebürtigen Briten aus London, widmete sie sich insbesondere auch der Sammlung jüdischer Kinderbücher.

Von 1930 sind die beiden Setzkästen, die Hyams aus dem Besitz des Marburger Druckerei-Unternehmers Hermann Bauer erhielt. Die Thora-Rolle erwarben Helge-Ulrike Hyams und ihr Mann ehedem in einem Antiquariat in Breslau  und transportierten sie dann auf teils abenteuerlichem Weg durch Polen und die damalige DDR.

In bewegenden Worten schilderte Helge Hyams am Sonntag die Herkunft der beiden Setzkästen, der Thora-Rolle und das seltene Exemplar des Pessach-Buches von 1946. Pessach-Bücher erzählen die Geschichte des jüdischen Volkes nach dem Auszug aus Ägypten.


Prof. Helge-Ulrike Hyams spendete eine
Thora-Rolle, zwei hebräische Setzkästen
und ein Pessach-Buch für die Synagoge.

Für alle Besucher gab es am Sonntag Führungen durch die Synagoge, dazu Erläuterungen und Dokumentation der vergangenen zehn intensiven Jahre des Förderkreises.

Über den Kabarett-Abend in der Synagoge vom Samstag berichten wir auf unserer morgigen Kulturseite.

Zum Abschluss des Festprogramms in Vöhl gibt es heute, 19.30 Uhr, eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocausts.


      
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