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Link zur Broschüre "Erinnern an jüdisches Leben in Waldeck-Frankenberg"

Besuch der Familie Auerbach in Frankenau und Vöhl 2007


Familie Auerbach und die Thora in der Kirche Frankenau
©Kurt-Willi Julius

HNA - Frankenberger Allgemeine
Mittwoch, 20. Juni 2007

Große Geste der Versöhnung
Die alte Thorarolle der jüdischen Gemeinde zurück in Frankenau
VON KIRA FRENK

FRANKENAU/VÖHL. Die alte Frankenauer Thorarolle ist am späten Montagabend nach Frankenau zurückgekommen: Feierlich begrüßten die Frankenauer mit Pfarrer Harald Wahl und Bürgermeister Reinhard Kubat die Familie Auerbach aus New York, die das Heilige Buch des Judentums für einige Tage wieder an den Ort zurückbrachte, von dem aus es während des Holocaust in die USA gerettet worden war. Vor der Kirche, an dem Platz, wo einst die Frankenauer Synagoge gestanden hatte, bedankte sich David Auerbach bei den Frankenauern für die Begrüßung und sagte: "Wir haben alle aus dem Holocaust gelernt. Im Judentum geht man in der Erinnerung nach vorne."


In den USA aufbewahrt

Die Thorarolle war ursprünglich aus den USA nach Frankenau gekommen: Der Großvater Suzan Auerbachs, Saul Katzenstein, der 1886 nach Nordamerika ausgewandert war, hatte sie seiner Heimatgemeinde im Jahr 1920 gestiftet. Später wurde die Thorarolle von Juden, die aus Deutschland flüchteten, in einem Möbelstück versteckt wieder in die USA gebracht. Sie wird seitdem im Temple Jesaiah der jüdischen Gemeinde in New York aufbewahrt. Es sei unüblich Thorarollen aus Synagogen zu entfernen, aber die New Yorker Gemeinde habe es möglich gemacht: "Uns hat viel an dieser Versöhnung-Geste gelegen", sagte David Auerbach.

Gemeinsam rollten David und Suzan Auerbach und ihre Tochter Deborah die Thora auf. Viele Neugierige strömten in die Kirche, um das dichtbeschriebene Pergament zu betrachten. Anschließend las der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Amnon Orbach auf Hebräisch aus dem Buch der Zahlen. Zum Abschluss gedachten die Besucher gemeinsam mit Pfarrer Wahl und den Auerbachs der jüdischen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Der Posaunenchor Frankenau spielte zu Ehren der Gäste geistliche jüdische Lieder, darunter das feierliche Lied Hava Nagila und Shalom Aleichem, das am Beginn des Schabbat gesungen wird. David und Suzan Auerbach und ihre Tochter Deborah bedankten sich bei den Besuchern: "Frankenau ist eine kleine Stadt mit großen Menschen."




Bruno Frankenthal begrüßt die Thora in Fankenau
©Kurt-Willi Julius

Pfarrer Wahl begrüßt Thora in Frankenau
©Kurt-Willi Julius

Amnon Orbach, Vors. der Jüd. Gemeinde Marburg, liest in Frankenau aus der Thora
©Kurt-Willi Julius

David Auerbach liest in der Vöhler Synagoge aus der Thora
©Kurt-Willi Julius

Bruno Frankenthal liest die 10 Gebote
©Kurt-Willi Julius

Eintrag ins Gästebuch der Synagoge Vöhl
©Kurt-Willi Julius

Frankenau

Rückkehr der Thora-Rolle: Gedenktafel für die Kirchengemeinde

- Frankenau (sr). Über ein besonderes Geschenk freuten sich Pfarrer Harald Wahl und der Frankenauer Kirchenvorstand vor wenigen Tagen: Eine Erinnerungstafel von David Auerbach aus New York, der vor drei Jahren eine jüdische Thorarolle nach Frankenau brachte.

 

Mit der Grußbotschaft des „Reform Temple of Forst Hills“ an die evangelische Kirchengemeinde Frankenau bedankte sich David Auerbach. „Die Frankenauer Thora-Rolle kehrt zurück. Bewegender Gedenkgottesdienst – ein heiliger Moment“, lautet der Titel der Bildtafel. In einem Möbelstück versteckt hatten 1938 jüdische Frankenauer Bürger auf der Flucht vor dem NS-Regime zwei Thorarollen aus der Frankenauer Synagoge in die USA geschmuggelt. Salomon Katzenstein, Großvater von David Auerbachs Frau Susan, schenkte sie zur Erinnerung an seine im Holocaust umgekommenen Angehörigen der Synagoge in Queens bei New York. Rechtsanwalt Auerbach ließ sie aufwändig restaurieren und mit einem bestickten Mantel versehen. Im Jahr 2007 erhielt er die Erlaubnis, eine der beiden Rollen zur Bat Mitzwa (Mündigkeitsfeier) seiner Enkeltochter ins Jüdische Museum Berlin mitzunehmen. Über den Frankenberger Geschichtsverein stellte er vor seiner großen Reise den Kontakt mit der Kirchengemeinde Frankenau her. Mit Glockengeläut, Klängen des Posaunenchors, vielen teilnehmenden Bürgern und herzlichen Worten von Pfarrer Wahl wurde das Ehepaar Auerbach mit Tochter Deborah am 18. Juni 2007 in Frankenau begrüßt. „Mit der Erinnerungstafel findet eine Geste der Versöhnung ihren wunderbaren Abschluss“, sagte Pfarrer Harald Wahl. Er stellte die Bildtafel bereits dem Kirchenvorstand vor. Sie soll einen Ehrenplatz im Frankenauer Kirchengebäude erhalten.

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