ohne Titel (2004) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
Born 1952 in Kerala textile artist and designer, painter founded Tasara- Center for Creative weaving- together with his brother V.Vasudevan in 1989 as an extension of Spider Weavers, which were started in 1979.
Activities of Tasara:
-Artist in Residence weaving, dyeing, printing research in textiles experiments and exploration in weaving
-annual international weaving and dyeing workshops in every December since 1989
-mixed media workshops for children
-several exhibitions in all important Indian cities, in Germany, Sweden, Netherlands
-workshops abroad with many artists from India and the West
-cooperations and collaborations with interior architects for their private and public projects
K.V. Balakrishnan is responsible for all designing, dyeing, weaving work in Tasara. Aside he develops his painting ideas. Works of Tasara are exhibited and collected worldwide by public and private collectors.
Geboren 1952 in Kerala, Textilkünstler und Designer, Maler. Gründete 1989 zusammen mit seinem Bruder V. Vasudevan das Tasara-Zentrum für kreatives Weben als Erweiterung von Spider Weavers, das 1979 ins Leben gerufen wurde.
Aktivitäten von Tasara:
- Artist in Residence: Weben, Färben, Drucken, Forschung im Bereich Textilien, Experimente und Erkundungen im Bereich Weberei
- Seit 1989 jährlich im Dezember internationale Web- und Färbeworkshops
- Mixed-Media-Workshops für Kinder
- Mehrere Ausstellungen in allen wichtigen indischen Städten, in Deutschland, Schweden und den Niederlanden
- Workshops im Ausland mit vielen Künstlern aus Indien und dem Westen
- Kooperationen und Zusammenarbeit mit Innenarchitekten für deren private und öffentliche Projekte
K.V. Balakrishnan ist für alle Entwürfe, Färbungen und Webarbeiten in Tasara verantwortlich. Daneben entwickelt er seine eigenen Malideen. Die Werke von Tasara werden weltweit ausgestellt und von öffentlichen und privaten Sammlern erworben.
Dear kuwi,
Thanks for your call and I am sorry that I couldn’t talk to you. I was trying to get some words from my brother but it seems difficult for him to explain about the tapestry. He said that was just his first impression after seeing the wooden piece of the synagogue ceiling which Reta brought to Tasara with her. And that he just tried to combine the symbols of three religions related with it, Hinduism, Christianity and Judaism, in his own artistic way.
So you can see there stars from Judaism ; the opening door to Christian spirituality and the conch from Hinduism.
The conch is very important in Hinduism as always carried by Vishnu. During the epical Mahabharatha battle, Krishna, one of the incarnations of Vishnu, was serving as the chariot driver for the great warrior Arguna. Krishna used a conch as his battle bugle. And it was during this great war Krishna gave the philosophical speech to Arguna which is known as Bhagavat Gita.
Wish you all the best for the exhibition.
Love and regards,
Vasudevan
Lieber Kuwi,
Vielen Dank für Deinen Anruf. Ich bedauere es, dass ich nicht mit Dir reden konnte. Ich versuchte, einige Worte der Erklärung von meinem Bruder zu bekommen, aber es scheint schwierig für ihn, die Tapisserie zu erklären. Er sagte, dass es gerade sein erster Eindruck nach dem Sehen des Holzstückes der Synagogen- Decke war, das Reta mit nach Tasara brachte. Und das er versuchte, die Symbole von drei damit verbundenen Religionen auf seine eigene künstlerische Weise zu vereinigen: Hinduismus, Christentum und Judentum.
So kann man dort Sterne des Judentums sehen; die sich öffnende Tür zur christlichen Spiritualität und die Muschel aus dem Hinduismus.
Die Muschel ist im Hinduismus sehr wichtig, weil sie stets von Vishnu getragen wird. In der Erzählung des Heldenepos des Mahabharatha- Kampfes diente Krishna, der eine der Verkörperungen von Vishnu ist, als der Kampfwagen- Lenker für den großen Krieger Arguna. Krishna gebrauchte während der Schlacht eine Muschel als Signalhorn. Und es war während dieses großen Krieges, dass Krishna Arguna die große philosophische Rede hielt, die als Bhagavat Gita bekannt ist.
Wish you all the best for the exhibition.
Love and regards,
Vasudevan
Tasara ist eine Zentrum, das sich ganz dem kreativen Weben verschrieben hat. Es liegt in Beypore in Kerala an der Westküste Indiens. Gegründet wurde Tasara 1989 von den Brüdern V. Vasudevan und V. Balakrishnan als eine Erweiterung der „Spider Weavers“, die aus der familieneigenen Weberei hervorgingen. Tasara bedeutet Weberschiffchen in Sanskrit. Die ganze Familie und die dort arbeitenden Web- und Textilfachleute haben es sich zum Anliegen gemacht, einen zeitgemäßen Ausdruck in der jahrhundertealten Kunstform des Webens zu finden. In einer anregenden Umgebung kommen Künstler und Weber aus aller Welt zusammen und gemeinsam werden die Grenzen des jeweiligen Mediums überschritten. Kataloge zu zwei internationalen Workshops des Goetheinstituts belegen die eindrucksvollen Ergebnisse dieser Kooperationen. Mehrmals im Jahr werden Workshops zu verschiedenen Themen künstlerischer Arbeitsbereiche angeboten. Die Teilnehmer werden im Gästehaus auf dem Tasara-Anwesen untergebracht.
Tasara ist Mitglied von resartis/artist in residence (www.resartis.com) Tasara-Tapisserien wurden ausgestellt in Indien, Europa, den USA und dem Mittleren Osten.
Farbenprächtige Tapisserien, elegante Möbelstoffe und Gardinen haben ihren Weg in öffentliche und private Häuser in der ganzen Welt gefunden. In Tasara angewandte Webtechniken sind hier entwickelt und weiterentwickelt worden und haben dem zeitgenössischen Weben zu einer neuen Dimension verholfen.
Das Zentrum hat Erfahrung in der Zusammenarbeit mit renommierten Künstlern und Designer, die dort ihre Projekte realisierten.
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K.V. Balakrishnan bei den ersten Entwürfen; Januar 2004 © Reta Reinl
v.l.n.r.: Santa V., Vasudevan Vadatkkiniyeddth, die Geschwister des Künstlers, und Reta Reinl; überbringen die Tapisserie; Sommer 2004 © Kurt-Willi Julius
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Lichter an der Feste des Himmels (2005) © Kurt-Willi Julius
Wurde 1959 in Fulda geboren und lebt in Frankenberg (Eder)- Viermünden. Die Stele besteht aus 3 Teilen, die sich zu einer Gestaltung wieder zusammenfügen. Der obere Teil ist das Originalsternenbrett, das allerdings noch vor der Festigung im unteren Teil zerbrach. Das darunter angebrachte Brett ist eine vereinfachte Rekonstruktion der ursprünglichen Brettform, kenntlich gemacht durch die farbliche Angleichung an das Original. Würden beide blaugrauen Teile zusammengefügt, ergäbe sich dann die Ursprungsform, die ebenfalls in der Formgebung des rekonstruierten Brettes aufgegriffen wird. Zwischen beiden blaugrauen Brettteilen befinden sich auf Folien gedruckt alle 18 Sternen-bretter. Die Form des Gesamtobjektes orientiert sich an einer Stele und soll in ihrer schlichten und schlanken Formgebung an ein Grabmal erinnern. Diese Wirkung wird durch die zwei goldunterlegten Texte auf dem Originalbrett (hebräisch und deutsch), des darüber angebrachten Mondes und den, durch Glasscherben gelegten Stern auf dem Objektfuß unterstrichen. Über allem Zerbrochenen, Endlichen steht der goldglänzende Mond der Unendlichkeit, der die himmlischen Lichter wieder zu neuem Glanz führen kann.
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Ruach Tikva (Geist/Wind Hoffnung) 2005
© Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(geb. 1946 in Marburg an der Lahn; lebte in Marburg an der Lahn; gest. 2016) Die Installation von Katharina Natalie Eitel besteht aus mehreren Teilen. Sie ist nach umfangreichen Studien des Raumes sowie des Lichteinfalls zu bestimmten Tageszeiten speziell für den ausgewählten Standort in der Synagoge Vöhl konzipiert worden.
Da ist zunächst der große runde Spiegel, der durch das geöffnete Fenster das „Himmlische“, die von Gott gelenkte Bewegung der Wolken und Gestirne in den Innenraum der Synagoge holt. Dieser Spiegel ermöglicht es aber auch, den Synagogenhimmel als tiefe, grubenhafte Erweiterung im Boden zu sehen, wenn man nur um ihn herumgeht. Der Spiegel ruht auf Teilen eines zerbrochenen Davidsterns, die gleichzeitig die Verbindung zu einem anderen zentralen Element der Arbeit herstellen. Ein in einem Segment des Davidsterns integrierter dreieckiger Spiegel reflektiert ein darüber aufgebautes Segel, das auch Flügel symbolisiert. Zusammen mit einem Glasquader und dem Sternenbrett erscheint für die Vorstellung ein Schiff, das die Hoffnung (hebr.: tikwa) trägt.
Über allem schwebt „ruach“, der Geist, der Wind, der durch den Vogel vor blauem Hintergrund auf der großen, senkrecht gestellten Glasplatte ausgedrückt wird. Dieser Vogel, entnommen einer früheren Arbeit zu Ehren von Else Lasker-Schüler, entstand durch Montage der Buchstaben des Wortes „ER“ (= Gott) in einem Text Martin Bubers. Seine Form bildete sich überraschenderweise, als Folien von Fotografien des Wortes, aus verschiedenen Richtungen aufgenommen, übereinander gelegt wurden.
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ohne Titel (2005)
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von Kurt-Willi Julius
Wurde 1959 in Korbach geboren und lebt in Frankfurt am Main. Später erwarb die Familie Emde den stillgelegten Bahnhof Itter an der Bahnlinie von Korbach nach Frankenberg (Eder).
Thomas Emde wusste bis zu seinen ersten Kontakten mit dem Förderkreis „Synagoge in Vöhl“ e.V. nicht, dass von diesem Bahnhof aus am 6. September 1942 die letzten Vöhler Juden in die Vernichtungslager im Osten deportiert worden waren. Dieses „neue“ Wissen und die Betroffenheit darüber waren gewichtige Gründe für ihn, sich mit einem Objekt an der Ausstellung zu beteiligen.
Die Arbeit von Thomas Emde zeigt Tag und Nacht, die sich augenförmig um den Stern legen. Der Tag enthält Elemente der Nacht und umgekehrt. Man kann auch andere Begriffspaare assoziieren: licht und dunkel, gut und böse etc..
Der große Lichtarchitekt Emde, Erdenker von zahlreichen gelobten Lichtinstallationen in und an zentralen öffentlichen und privaten Gebäuden nicht nur in Deutschland, kehrt mit dieser Arbeit zu der Technik zurück, die ihn zu einem der gefragtesten Künstler machte. Er benutzt Farbe nicht nur als Ausgangsmaterial zum Erstellen eines Bildes, er lässt Farbe selbst zum Gegenstand werden. Farbe wächst, lebt aus sich selbst heraus. Durch Mehrfachauftrag selbst entwickelter und angemischter Farben, die mit Rollen verschiedener Härte aufgetragen werden, entstehen hier Farblandschaften, die an Flechten oder Pilzmycelien erinnern. Jede der beiden Seiten baut sich dabei aus etwa 350 Farbschichten auf.
Das Klebestreifenkreuz hat Emde, ganz im Sinne eines „Beuys’schen Relikts“ auf dem Brett belassen. Tatsächlich hatte damit der Restaurator für den Schreiner die Bretter gekennzeichnet, die auf Grund ihres hohen Schädigungsgrades zu entfernen und ersetzen waren.
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morgen - ge-stern (2005) (Stern ohne Himmel auf israelischer Erde) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1953 in Frankenberg an der Eder, lebte in Vöhl- Kirchlotheim, und dort am 8.3.2014 gestorben) Die Arbeit von Kurt-Willi Julius wurde inspiriert durch Micha Ullmans unter einer Glasplatte sichtbare unterirdische Bibliothek auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Regale sind leer.

© Monika Bunk
Dort, in der Mitte des Bebelplatzes (damals Opernplatz) verbrannten am 10. Mai 1933 nationalsozialistische Studenten rund 20000 Bücher von Hunderten von Autoren. Dies sollte den Höhepunkt einer von Propagandaminister Joseph Goebbels angeordneten "Aktion wider den undeutschen Geist" bilden.
Ein Loch im Boden, eine Grube, prägt viele der Werke Micha Ullmans. Sein Ausspruch: „Wer eine Grube gräbt, erweitert den Himmel“ wurde in der Arbeit von Julius aufgegriffen. Über der vom Schmiedemeister Heinrich Figge aus Höringhausen angefertigten metallenen „Grube“. wölbt sich der hölzerne Synagogenhimmel. Eines der Himmelsbretter, ein „Stern ohne Himmel“, ist zentrales Element der Ausgestaltung der Grube.
Darum gruppiert finden sich Spiegelscherben, die von bestimmten Betrachtungspunkten aus zentrale Elemente des Synagogenraumes spiegeln, etwa den Leuchter, den Mond (oder ist es die Sonne?) in der Mitte der Kuppel, das runde Fenster mit Davidstern. Die Scherben erinnern an die Geschehnisse der Pogromnacht, spiegeln aber zugleich die Jetztzeit wider, die Veränderungen, die der Sakralraum durch die Renovierungs- und Restaurierungsmaßnahmen erfährt.
Sternenbrett und Scherben liegen in einem Bett von Erde aus Israel. Diese Erde wurde am 12. Mai 2005 mit den Händen aus dem Rosengarten entnommen, den Gerda Rothschild ihrem Mann Richard an diesem Tage zu seinem 100. Geburtstag schenkte. Beide waren 1935 aus Deutschland nach Israel ausgewandert und leben in Asseret südlich Tel Aviv. Erinnerungen an Richard Rothschild, den wohl ältesten noch lebenden in Vöhl Geborenen überhaupt, sind zahlreich. Durch die Erde, samt Steinchen, Samen und Pflanzenresten soll die enge Verbindung zu ihm durch eine dauerhafte Erinnerung an ihn wach gehalten werden, so lange es geht. Denn: alles ist vergänglich: das Brett wird weiter zerfallen, der Metallkasten rosten, und die Erde…. (?)
Rund um den Metallbehälter wurden die sieben Tugenden in Stein graviert. Julius sieht sie als Begriffe an, die sich in den meisten Kulturen und Religionen so oder in ähnlicher Formulierung wiederfinden und die Maßstäbe für ein an gegenseitiger Achtung und Toleranz orientiertes Zusammenleben von Menschen bilden.
© Kurt-Willi Julius
sechs Begriffe sind fertig gestellt; Mai 2005 © Kurt-Willi Julius
der Metallkasten, gestiftet vom Schmiedemeister Heinrich Figge © Kurt-Willi Julius
Die Erde in der Arbeit von Kurt-Willi Julius stammt aus dem Rosengarten, den Gerda ihrem Mann Richard Rothschild zum 100. Geburtstag schenkte; 12. Mai 2005 © Karl-Heinz Stadtler
© Kurt-Willi Julius
ohne Titel (2005) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1953 im Kibbuz Revadim (Israel); lebt in Jerusalem) ist eine der renommiertesten Schmuckdesignerinnen Israels. Ihre Arbeiten entstehen vor allem aus den Materialien Metall und Stein. Sie wurden auf zahlreichen Ausstellungen in Israel und anderen Staaten gezeigt und vielfach mit Preisen bedacht.
Vered Kaminski greift immer wieder die Thematik des Zerlegens und Neu- Zusammensetzens auf. Sie zerlegt Materialien gedanklich und reell in ihre Bestandteile und besitzt die Fähigkeit, den Fokus beim Bearbeiten auf für viele Menschen unsichtbare Dinge zu konzentrieren. So wird das Ausgangsmaterial ganz auf seine Strukturelemente, Form und Farbe reduziert. Es bilden sich erdachte spirituelle, visuell vorstellbare und schließlich eine Idee von materiell realisierbaren Objekten heraus. Viele ihrer Arbeiten sind durch Wiederholungen und Verästelungen geprägt, manche erinnern an M.C. Escher.
Das Thema des Zerlegens in sich wiederholende Muster greift sie auch in ihrer Arbeit für die Synagoge Vöhl auf. Sie nimmt den kleinen goldenen Stern als Muster, das sie auf dem gesamten Himmelsbrett in erdenkbaren Endlosreihen strukturiert vervielfältigt.
Nach dem Zersägen des Brettes entstand ein aus drei Teilen bestehendes Objekt. Da ist zunächst das noch vollständig flächenhaft erhaltene, aber bereits zersägte Brett. Es wird in ihrer Arbeit fotografisch erinnert, auch das Sägemehl und Holzstaub aus den Wurmlöchern fehlen nicht. Dann zerlegt sie das Brett in eine Positiv- und eine Negativform, die auf Glasplatten aufgeklebt werden. Die Positivform wird aus den Sternen gebildet, die Negativform aus den zwischen ihnen herausgesägten Holzresten.
Es eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf das Sternenbrett und den hohen Grad seiner Zerstörung. Wohl 25% der ursprünglichen Holzmasse ist durch Wurmbefall zerstört worden. Das Alte, die Vergangenheit wurde in Bestandteile zerlegt und zu etwas wunderbar Neuem zusammengefügt, das zugleich die Wunden der Vergangenheit zeigt. Für Vered Kaminski stellte es eine große Herausforderung dar, dieses geschädigte Stück Holz aus einer Synagogenkuppel zu bearbeiten. Die Arbeit stellte hohe physische und psychische Anforderungen. Nötige Sorgfalt beim Zersägen –kein Teil sollte verloren gehen- und Wieder- Zusammensetzen erforderten einen enormen Zeitaufwand. Tote Holzwürmer und unangenehmer Geruch erschwerten die Arbeit. Ihr Wunsch, an der Ausstellung teilzunehmen, war letztlich Antrieb genug, alle Hindernisse zu überwinden.
Dear artists taking part at the exhibition in Voehl,
as a staff member of the local newspaper I write about the upcoming art exhibition in the synagogue. Would you mind answering the three following questions? This short E-Mail-Interview will help as you won't be at the opening personally. Thank you very much for your help.
1. Painted boards from a synagogue in Germany as basics for works of art - what was your first thought, when you heard about this exhibition?
Antwort
I saw it as an opportunity to link personally to the Shoah, through my work; the Shoah as a collective Jewish experience and as a personal experience as concerns much of my family who were exiled and murdered.
2. Has your decision to participate first of all a religious, political or artistic background?
Antwort
Artistic.
3. To use a German synagogue for cultural performances or events like in Voehl - do you think this is the right way for this kind of buildings with such a highly symbolic nature?
Antwort
I am very much in favor of using a German synagogue like this - I am completely secular/non-religious and there are virtually no Jews left in Voehl anyway - better to leave the synagogue and use it in this way as a symbolic living Jewish presence. Kind regards, yours
Thomas Kobbe, Waldeckische Landeszeitung - Frankenberger Zeitung Lokalredaktion, Lengefelder Straße 6, 34497 Korbach
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Jerusalem, 11. Mai 2005 © Kurt-Willi Julius
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https://www.danikaravan.com/
(*1930 in Tel Aviv, lebt in Paris und Israel) war 1977 und 1987 Teilnehmer der Documenta 6 bzw. 8 und wurde 2004 mit dem „Piepenbrock Preis für Skulptur“ ausgezeichnet, die mit 50.000 Euro höchstdotierte Ehrung für einen Bildhauer in Europa. Viele seiner Arbeiten setzen sich künstlerisch mit der Shoah auseinander.
Eines seiner Interessengebiete ist die untergegangene Welt der polnischen Holzsynagogen. So war es ihm eine gerne angenommene Aufgabe, ein Brett aus einer Fachwerk- (= Holz-)synagoge künstlerisch zu bearbeiten.
Diese Aufgabe erwies sich als nicht leicht. Mehrere Gestaltungsideen wurden verworfen. Dann entschied Karavan, eine exakte Kopie jenes Davidsterns anzufertigen, der als „Judenstern“ erst polnischen, dann deutschen und allen anderen Juden von nichtjüdischen Deutschen angeheftet wurde, um sie durch dieses Zeichen zu brandmarken, für die Verfolger erkennbarer zu machen. Karavan recherchierte genau, besorgte sich Unterlagen mit den genauen Maßen und fertigte diesen Stern aus Stoff an. Auch das Wort „Jude“ wurde vorbildgetreu mittig auf den Stern geschrieben, der Stern dann auf das Brett aufgeklebt. Karavan in einem Telefongespräch: „Das war zu hart, kaum zu ertragen.“ Nach verschiedenen Gesprächen, u. a. mit seiner Tochter, entschied er, das Wort „Jude“, wie auch den schon auf dem Brett befindlichen 8- strahligen Stern vom Vöhler Synagogenhimmel golden zu übermalen. Eine neue, hellere, „goldenere“ Zeit, eine Normalisierung und Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und anderen Völkern wird erhofft, erscheint möglich bei gegenseitiger Achtung und Toleranz. Aber Sorgfalt und Wachsamkeit sind geboten. Das Alte verbirgt sich unter einer Hoffnung machenden schimmernden Oberfläche. Aber wie leicht könnte diese Oberfläche angekratzt und das Verborgene erneut sichtbar werden.
„Verborgenes wird sichtbar“, dies ist an anderen Stellen des Brettes bereits geschehen: die verschiedentlich fragmentarisch auftauchende dunklere blaue Farbe stammt von einem früheren Anstrich, der bereits um 1900 durch ein helleres Blau ersetzt wurde.
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ohne Titel (2005) © Kurt-Willi Julius
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(geboren 1952 in Kirberg; lebte in Korbach, † 2015) holt den Himmel auf die Erde. Seine Arbeit thematisiert gleichermaßen die Verletzungen, die das Verhältnis von deutschen Nichtjuden zu Juden in aller Welt durch die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten erlitten hat und eine neu aufkommende Stabilisierung der Beziehungen. Symbolisiert durch die Nägel, die spitz und pfeilartig nach oben weisen, aber auf schmalen Fundamenten - den Köpfen der Nägel – stehen, ist dieses Verhältnis noch recht fragil, jederzeit gefährdet, aus dem Gleichgewicht zu geraten.
Ein weiteres Symbol für die Hoffnungen in die Zukunft, aber auch die Unsicherheiten über das, was sie bringen wird, ist der illuminierte Metallstreifen. Kleine Löcher leuchten als helle Sterne am Nachthimmel, aber dieser Himmel trägt Anflüge von Rost, der ohne die gebotene Sorgfalt leicht die Zerstörung herbeiführen kann.
Die mit den Köpfen nach oben weisenden Nägel bilden einen Davidstern, der sich aber nur zeigt, wenn man das Muster, dort betrachtet, wo die Nägel das Brett durchbohren. Zu unterschiedlich sind die Einschlagswinkel, um das Zeichen sofort erkennen zu lassen. Roman Koksch betont, dass er lange zögerte, Nägel durch das Brett zu schlagen. Es fiel ihm leichter, als er die bereits vorhandenen Nägel entdeckte, die er durch teilweises Herausziehen sichtbarer machte.
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Die letzten Aufrechten (2004) © Kurt-Willi Julius
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(*1932 in Berlin lebt in Frankfurt (Main)) E. R. (Eva René) Nele ist die Tochter von Arnold Bode, dem Initiator und Gründer der documenta.
Der kursiv gedruckte, erste Teil des folgenden Textes ist der Ansprache von Gunnar Richter (Kassel) am Mahnmal "Die Rampe" von E. R. Nele in Kassel am 28. März 2005 entnommen.
Am 8. Mai 1985, am 40. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde in Kassel auf dem Gelände der Gesamthochschule/Universität das Mahnmal "Die Rampe" eingeweiht. In einem Brief an Esther Haß (Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel und Stadträtin) schilderte E.R. Nele einmal ihre persönlichen Beweggründe dafür, dieses Mahnmal zu schaffen. (Die gleichen Beweggründe gelten auch für ihre Arbeit „Die letzten Aufrechten“ für die Synagoge Vöhl):
"Als Kind lebte ich oft bei meinen Großeltern, die eine Zimmerei betrieben hatten. Diese lag ganz in der Nähe der Henschel-Betriebe. Abends (während des Zweiten Weltkrieges, G. R.) wurden die russischen und polnischen Gefangenen, die in den Henschel-Betrieben arbeiteten, am großen Tor des Zimmerei-Betriebes vorbeigetrieben, von bewaffnetem Personal (...) bewacht. Sie waren jeden Abend auf dem Rückweg in ihr Lager auf dem Hegelsberg. Diese Menschen mit Lappen um die Füße, ausgemergelt, (...) " ein trauriger, grauer, endloser Zug. Meine Mutter steckte ihnen heimlich Brot und Wurst durch das Tor zu, viele Abende. Eines Abends steckte einer der Russen etwas durch das Tor zurück, ein Lumpen- Päckchen; und als wir es öffneten, war darin ein aus Holz geschnitzter Vogel, ganz in der traditionellen Art russischer Volkskunst. Irgendwann wurden die Russen verlegt; sie kamen nicht mehr am Tor vorbei. Viele Jahre später, ich las die Bücher von Jorge Semprun, kam mir die Erinnerung an dieses Erlebnis."
Jorge Semprun ist ein spanischer Widerstandskämpfer, der in den 30er Jahren nach Paris floh, dort an der Resistance teilnahm und 1943 in das KZ Buchenwald deportiert wurde. Über seinen Verfolgungsweg veröffentlichte er in den 60er Jahren sein erstes Buch mit dem Titel "Die große Reise". "Die große Reise" das ist die fünftägige Fahrt in einem Güterwaggon, in dem Jorge Semprun und 118 weitere Gefangene aus Frankreich in das KZ Buchenwald deportiert werden. Die grausamen Bedingungen auf dieser Fahrt - ohne Essen, im Stehen - bildet den Rahmen, in dem Jorge Semprun seine Erlebnisse während der Verfolgung bis zu seiner Befreiung und der Nachkriegszeit schildert. E.R. Nele war durch diese Schilderungen offenbar tief beeindruckt und bewegt. Obwohl ihr persönlicher Bezug über das Leiden der ehemaligen Zwangarbeiter und Zwangsarbeiterinnen entstanden ist, hat sie dieses Denkmal zur Erinnerung an alle Deportierten, Verfolgten und Ermordeten geschaffen.
So greift auch ihre Arbeit für Vöhl das Motiv der gebeugten, unterdrückten Kreatur auf. Die das Brett tragende Gruppe kleiner Metallfiguren - geschundener Menschen - entstammt den Studien für eine früher in Frankfurt realisierte Arbeit zum Holocaust. Bei ihrem Besuch in Vöhl erwähnte E.R. Nele, dass sie hier auch die Todesmärsche assoziiert.
Neu ist der zum Sternenbrett gereckte Arm. Gebeugte Köpfe und Körper, aber ein ungebeugter Geist und Wille sind von vielen Opfern des Holocaust überliefert; vgl. u.a. das szenische Stück über Viktor E. Frankl: „Und trotzdem Ja zum Leben sagen“. Der Himmel birgt Hoffnung, das Brett zeigt nach oben. Aber: so zweideutig diese Aussage ist, so fragil ist auch die Hoffnung: das Brett erzittert bei der geringsten Berührung, man fürchtet, der Arm könne abbrechen.
Das von E. R. Nele für die Präsentation gewünschte Bett aus Sand kommt von den kanarischen Inseln. Die Feuer der Vulkane hinterlassen ihre Asche als schwarzen Sand an den Stränden von La Palma.
E. R. Nele hatte so großen Respekt vor dem Himmelsbrett, dass sie die die zuerst erwogene Befestigung mittels zweier Schrauben verwarf und eine geschickte Metallspangen-Klemmvorrichtung konstruierte, die vom Holzwurmbefall her vorhandene Löcher ausnutzt.
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E.R. Nele übergibt ihr Werk an den Förderkreis-Vorsitzenden Kurt-Willi Julius; Vöhl, Juli 2004 © Kurt-Willi Julius
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Drei Nägel und ein Stück vom Himmel (2005) © Kurt-Willi Julius
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(*1951 in Köln; lebt in Köln) Wolfgang Niedecken hat von 1970-1974 an der FHBK Köln das Studium der Freien Malerei absolviert und bei Prof. Dieter Krämer examiniert. Das Studium der Kunstgeschichte an der Universität Bonn folgte ab 1975. Unzählige Ausstellungen des Künstlers Niedecken fanden seit Anfang der 70er Jahre statt, u. a. in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München und im Museum Moderner Kunst in Wien. Zuletzt präsentierte die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn 2004 unter dem Titel „Spuren“ einen eigens für diese Schau zusammengestellten Zyklus neuerer Arbeiten von Wolfgang Niedecken.
Zwar hatte Niedecken schon musikalische Erfahrungen in einigen Schülerbands gesammelt, aber dann bis 1976 eine musikalische Pause eingelegt. Die erste Langspielplatte mit BAP erschien erst 1979. Schon bald nahm Niedecken eine Spitzenstellung unter den deutschen Musikern ein. Seitdem müssen Niedecken und BAP zu den Künstlern gezählt werden, die sich in Liedtexten und Aktionen immer wieder aktiv gegen Fremdenhass, Intoleranz und Rechtsradikalismus einsetzen. So thematisierte Niedecken in „Kristallnaach“ bereits 1982 ein Wieder-Erkeimen rechter Strömungen. Diese Hit-Single erreichte, wie später das Mitwirken an der Kampagne „Arsch huh , Zäng ussenander“, breite Schichten von Jugendlichen.
Als Niedecken sich „sein Brett“ in Vöhl abholte, nahm er interessiert und konzentriert die Arbeit des Förderkreises Synagoge wahr. Er schrieb in sein Internet-Tagebuch: „29.03.2004 Kassel - Off Day ... In Kassel angekommen geht es dann weiter ins ca. 60km entfernte Vöhl, wohin mich eine Gruppe von Leuten eingeladen hatte, die in Eigeninitiative eine seit den dreißiger Jahren leer stehende Synagoge renoviert. Ihre Bitte ist, dass ich eines der während der Renovierung entnommenen und ersetzten Bretter zu einem … Kunstwerk verarbeite. Fand diese Idee vor Monaten auf Anhieb unterstützenswert und hatte geantwortet, dass ich bei Gelegenheit auf der Matte stände. Bewundernswert, was diese Leute in ihrer Freizeit auf die Beine stellen, ohne jegliche Aussicht auf irgendeinen materiellen Vorteil, nur weil sie sich des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte bewusst sind, fest entschlossen, kein Gras darüber wachsen zu lassen. Respekt. …“
Diesen freundlichen Respekt scheint Niedecken auch mit seiner Arbeit ausdrücken zu wollen. Die vielen Staniolsterne aus Wein- und Sektflaschenverschlüssen entsprechen wohl seinem Wunsch nach „neuen Sternen“ für den Vöhler Synagogenhimmel ebenso, wie der Hoffnung auf ein besseres Verhältnis zwischen den Kulturen und Religionen.
Drei Nägel, die sich im Brett befanden, hat Niedecken abgeschnitten. Sie wurden am originalen Ort auf Tina Niedeckens Fotografie der Brettrückseite befestigt und geben der Arbeit ihren Titel.
Nach einer Idee zum Umgang mit dem Brett gefragt, hatte Niedecken 2004 in Vöhl geäußert: „Ich arbeite viel mit Fundstücken. Das, was ich hier erlebe, muss erst sacken. Schließlich hat das Brett über viele Jahre hinweg von dort oben auf so vieles herab gesehen; auf Gutes und Schönes, aber auch auf Not, Angst und Furcht vor Schlimmem.“ Entstanden ist eine Arbeit, die Optimismus und neue Perspektiven aufzeigt.
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Wolfgang Niedecken besucht die Synagoge Vöhl; 29.03.2004 © Martina Biedenbach
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von einem anderen Stern / from another planet (2005) © Kurt-Willi Julius
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Hafiz & Ulrike † Parker repräsentieren „Down Under“ und leben in Wuppertal.
Hafiz wurde 1961 in Blenheim, Neuseeland geboren und Ulrike 1956 in Wuppertal. Nach ihrer Heirat 1984 in Neuseeland lebten sie lange Jahre in Neuseeland und Australien und England und sind zur Zeit in Wuppertal und Umgebung tätig. Ulrike unterrichtet Kunst und Englisch in Remscheid. Sie fühlte sich bereits von klein auf durch Hobby- und professionelle Maler im Familien- und Freundeskreis zur Kunst angeregt und graduierte 1979 als Kunstlehrerin an der Justus Liebig Universität in Gießen.
Seit der Ausbildung war sie in vielen Bereichen tätig, als Lehrerin, in der Industrie und im Bankwesen und sogar als Straussenfarmerin und natürlich als freischaffende Künstlerin mit „Bhakti Art“.
Ulrike probierte über die Jahre viele verschiedene künstlerische Techniken und Medien aus und kam 1994 zu einem Durchbruch in der Malerei, als sie die Tempera- Schichten-Technik bei einem Kursus in Neuseeland kennen lernte, welche auch in diesem Bild verwendet wurde.
Sie begann Kurse in Neuseeland, Australien und Amerika zu geben und beteiligte sich 2000 erfolgreich an einer Ausstellung in Brisbane, Australien. 2003 hatte sie eine Vernissage in Solingen. Die Mehrzahl ihrer bisherigen Bilder sind in Neuseeland entstanden, doch wurden einige auch auf Reisen in die USA, Kanada, Spanien, Australien und Deutschland gemalt.
Die Maltechnik Das Bild wurde gemeinsam von Hafiz und Ulrike mit Temperafarbe über mehreren Lagen gemalt. Hafiz hat zunächst drei Lagen gemalt durch welche das Motiv entstanden ist und Ulrike hat das Bild so wie es jetzt zu sehen ist fertiggemalt. Bei dieser Technik entsteht das Motiv aus dem Unterbewusstsein ohne vorherige Planung und wird durch das Leben des Künstlers/der Künstlerin inspiriert, durch die jeweiligen Stimmungen, Eindrücke und Erlebnisse. In diesem Fall haben wir den Stern von Anfang an in das Bild mit einbezogen. Bei jedem Menschen entstehen ganz verschiedene, eigene Gemälde mit ganz unterschiedlichen Farben und Motiven mit Hilfe dieser Technik. Jedes Bild ist eine Überraschung, wenn es entsteht.
Der Rahmen dieses Bildes ist aus echtem einheimischem neuseeländischen Rimuholz und ist mit Hilfe unseres Freundes und Zauberkünstlers Helmut Link entstanden, der ihn wahrhaft aus ein paar Brettern gezaubert hat, mit denen wir mal eine Überseekiste zugenagelt hatten.
© Kurt-Willi Julius
Das erste Bild von Hafiz © Ulrike Parker
Nach dem Abwaschen entsteht das zweite Bild © Ulrike Parker
Das zweite Bild von Hafiz © Ulrike Parker
Das zweite Bild wird abgewaschen © Ulrike Parker
Das dritte Bild von Hafiz © Ulrike Parker
Ulrike und Hafiz Parker © Kurt-Willi Julius
© Kurt-Willi Julius
© Kurt-Willi Julius
© Kurt-Willi Julius
© Kurt-Willi Julius
© Kurt-Willi Julius
kleines großes Zelt, schimmernd (2005), ©Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1960 in Frankenberg (Eder),lebt in Lichtenfels-Sachsenberg) Reta Reinl über ihr Kunstwerk:
„Seit dem ersten Betreten der Synagoge bin ich fasziniert vom Sternenhimmel in der Kuppel der Synagoge. Der Sternenhimmel als Versuch das Universum nachzubilden veranlasste das Nachdenken über Religion. Jede Religion könnte verstanden werden als Versuch, Weite, Unfassbares, Ahnen und Staunen beschützt und greifbarer zu machen.
Die Synagoge mit Sternenhimmel und rotem Sandsteinboden ist eine wunderbare Metapher für Menschen auf Wander-schaft. Ein Sinnbild für das Leben als Auf-dem-Weg-sein, auf der Suche im Universum.
Der dunkle Aspekt, dass besonders Juden oft auf Wandercschaft und Flucht waren, ver-stärkt Wirkung und Bedeutung des Raums, fordert Achtung vor jedem, der versucht auf dem Weg oder der Flucht Würde zu behalten und Hoffnung.
Das erinnert (in der Synagoge) an die vergangenen Lebenswege der sechs Millionen Juden und all derer, die ihren Weg nicht frei suchen konnten.
Die Idee des Verteilens der Sternenbretter an Künstler von allen Kontinenten vergegenwärtigt die verschiedenen Wege unterm Sternenzelt, auf denen Menschen überall auf der Welt heute sind. Das sagt der Titel „kleines großes Zelt, schimmernd" der Sternenbrettinstallation aus. Gerissene Papiersterne, zwischen denen gelbe und schwarze Pigmente schimmern, hängen an zarten Kupferdrähten und bilden einen Raum (ein Zelt).
Auf dem 175-jahre alten Synagogenbrett stehen die Zeilen aus einem Gedicht von Hans Carossa: „Viel Wanderer gehen fern im Sternenschimmer. Und mancher noch ist auf dem Weg zu dir." Menschen und Aspekte schimmern wie Sterne. Sie reflektieren Licht und Aufmerksamkeit. Vielleicht sagt die Arbeit ein wenig über den Griff nach dem unfassbar Schwebenden, das Begreifen von gelbem und schwarzem Sternenstaub.
Das kleine Hufeisen im 7-fach gebrochenen Bodenstein hat Marcel Pinas, Künstler aus Surinam, im Synagogenboden gefunden als er mir beim Aufbau der Installation behilflich war. Alle waren erstaunt über diesen Fund. Niemand hatte bei den Renovierungsarbeiten zuvor etwas im Boden gefunden. Sie sahen es als Glückssymbol und so wurde das Hufeisen in die Installation integriert. Das Tesakreppkreuz, mit dem der Restaurator das morbide Brett für den Rausriss aus dem Sternenhimmel markierte, wurde in einen der Papiersterne eingearbeitet.“
©Kurt-Willi Julius
©Kurt-Willi Julius
der in 7 Teile zerbrochene ausgesuchte Stein; April 2005© Kurt-Willi Julius
Reta Reinl beim Aufbau; 24. Mai 2005 © Walter Schauderna
©Kurt-Willi Julius
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©Kurt-Willi Julius
Und die Nacht war dunkel und erhellte die Nacht (2005)
© Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1963 in Buenos Aires; lebt in Berlin) ist ein Künstler, der sich in Argentinien und Spanien durch zahlreiche Ausstellungen bereits einen viel beachteten Namen gemacht hatte, bevor er nach Berlin übersiedelte und sich in der deutschen Kunstszene etablieren konnte. Er ist Enkel eines aus Vöhl stammenden Juden. So stellte es für ihn eine besondere Herausforderung und Motivation dar, an diesem Projekt teilzunehmen.
Seine erste Reaktion, nachdem er das Brett erhalten hatte: „Es ist wundervoll!“ Dann begann eine lange und schwierige Auseinandersetzung mit dem Material und dem Ort und der Geschichte seiner Herkunft, zugleich Ort der Herkunft von Rothschilds Vorfahren, die diesen verlassen mussten, um zu überleben.
„Und die Nacht war dunkel und erhellte die Nacht“ zeigt einerseits dunkel schimmernde Wolken, durch die sich leuchtend das Licht eines Sterns bricht. Aber es zeigt auch dunkle Schatten, Rauchschwaden, ein vielleicht verkohltes Stück Holz, auf das der Widerschein der Feuer der in der Pogromnacht zerstörten Synagogen fällt.
Noch etwas Besonderes ist auf diesem Brett zu entdecken: bis etwa ins Jahr 1900 hinein war der Synagogenhimmel in einem dunkleren Blau gestrichen (das z. B. auf dem Brett, das Dani Karavan bearbeitete, noch zu erkennen ist). Die Sterne waren damals nicht aufgemalt, sondern aus Papier geschnitten und aufgeklebt. Bei genauer Betrachtung kann man am Himmel der Synagogenkuppel noch mehr als 10 dieser Papiersterne unter dem helleren Blau erblicken. Auf dem von Miguel Rothschild bearbeiteten Brett befindet sich nun einer dieser Papiersterne genau unter dem neueren, aufgemalten Stern.
Dear artists taking part at the exhibition in Voehl,
as a staff member of the local newspaper I write about the upcoming art exhibition in the synagogue. Would you mind answering the three following questions? This short E-Mail-Interview will help as you won't be at the opening personally. Thank you very much for your help.
1. Painted boards from a synagogue in Germany as basics for works of art - what was your first thought, when you heard about this exhibition?
2. Has your decision to participate first of all a religious, political or artistic background?
3. To use a German synagogue for cultural performances or events like in Voehl - do you think this is the right way for this kind of buildings with such a highly symbolic nature?
Kind regards, yours
Thomas Kobbe
Waldeckische Landeszeitung - Frankenberger Zeitung
Lokalredaktion, Lengefelder Straße 6, 34497 Korbach
Übersetzung mit Antwort:
Liebe an der Ausstellung in Vöhl teilnehmende Künstler, ich bin Mitarbeiter der Lokalzeitung und schreibe über die bevorstehende Kunstausstellung in der Synagoge. Würde es Ihnen etwas ausmachen, die drei folgenden drei Fragen zu beantworten? Dieses kurze E-Mail-Interview wird hilfreich sein, da Sie bei der eröffnung nicht persönlich anwesend sein werden. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Mitarbeit.
1. Bemalte Bretter aus einer Synagoge in Deutschland als Ausgangsmaterial für Kunstwerke – welches war Ihr erster Gedanke, als Sie von dieser Ausstellung hörten?)
Antwort
1. Ich dachte, dass diese Sternbretter einen ganz besonderen Inhalt und Stärke hatten und dass es sehr schwer sein wird eine Arbeit daraus zu machen.
2. Hatte Ihre Entscheidung teilzunehmen in erster Linie religiöse, politische oder künstlerische Gründe?)
Antwort
2. Es hatte einen familienhistorischen Hintergrund. Mein Großvater und seine Vorfahren wurden in Vöhl geboren.
3. Eine deutsche Synagoge für kulturelle Veranstaltungen oder Ereignisse zu nutzen wie in Vöhl – denken Sie, dass das der richtige Weg für Gebäude mit solch einem wichtigen symbolischen Charakter ist?)
Antwort
3. Ich finde, es ist sehr passend die Synagoge für Kulturevents zu nützen, die eine Verbindung zur Geschichte Deutschlands und zum Judentum haben. Die Symbolik des Ortes kann eine Ausstellung verstärken, deswegen finde ich es interessant, wenn die Symbolik des Ortes im Konzept der Ausstellung wahrgenommen wird.
Freundliche Grüße,
Ihr Thomas Kobbe
Waldeckische Landeszeitung - Frankenberger Zeitung
Lokalredaktion, Lengefelder Straße 6, 34497 Korbach
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© Rainer Herfurth
© Kurt-Willi Julius
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ohne Titel (2005) © Kurt Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1948 in Karden an der Mosel; lebt in Weimar an der Lahn) Als ich im Sommer 2004 "mein" Brett von Barbara Küpfer bekam und mich dieser besonderen Aufgabe näherte, entwickelten sich einige Aspekte und Überlegungen relativ rasch:
1. Ich wollte mit Ton arbeiten, weil er das Material ist, mit dem ich mich am liebsten "ausdrücke".
2. Das Brett wollte ich nicht verändern.
3. Der einzige Stern auf dem Fragment sollte nicht alleine bleiben.
Gedanken wie "einen Rahmen finden" oder "Schutz geben" kamen später, ebenso die Idee mit einem Text zu arbeiten. Von daher ergab sich anschließend immer stärker die Vision einer großen Platte, die einerseits wie ein Schriftstück wirken und gleichzeitig die schützende Umgebung für das Brett darstellen sollte.
Das Schützenwollen erfährt allerdings einen Widerspruch, denn mein aus Ton gefertigter Rahmen ist zerbrochen. Die Idee des Risses findet sich, wie bei meinem Gedenkstern für die Synagoge Roth (1998), auch hier wieder. Es ist etwas nicht mehr heil ..... die Freundschaften der jüdischen und christlichen Nachbarn, die Verbindung der Überlebenden zu ihrer Heimat... . Hier sind viele Assoziationen möglich, die ich dem Betrachter meiner Arbeit überlassen möchte.
Der einzige Stern, den man über Jahrzehnte von unten her betrachten konnte, liegt nun auf der Erde und wie zur Versöhnung habe ich, wenn auch kaum sichtbar, zwei weitere Sterne in die Platte geritzt ... zart, zurückhaltend, aber doch vorhanden. Man muss sie nur entdecken! Es gibt viele Lieder und Texte, die den Himmel und/ oder die Sterne beschreiben und nach langem Suchen bin ich auf dieses Gedicht von Rose Ausländer gestoßen. Mit klaren, schlichten Worten bringt sie das Heile, Unzerstörbare zum Ausdruck, die Sehnsucht der Menschen nach dem, was hinter den Dingen liegt.
Das zarte Blau der Engobe, mit der ich die Tonplatte eingefärbt habe, soll ein Ausdruck von Hoffnung sein, aber da ist auch das Dunkle und Schwere der anderen Farbgebung. Beides gehört wohl zusammen.
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© Kurt Willi Julius
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Schwarze Sterne (2005) (Leinöl, Ölfarbe- leicht transparent) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
*1939 in Tel Aviv; lebt in Stuttgart und Ramat Hasharon (Israel)
Vorder- und Rückseite sind zu betrachten. Sie stellen die zwei Seiten des Himmels dar. Die „alte“ Seite des Brettes zeigt die heile Welt und damit Geborgenheit. Die „neue“, andere Seite ist im gleichen Blau bemalt. Die Wurmlöcher sind die „schwarzen Sterne“, die etwas Negatives symbolisieren. Die Brettkanten blieben unbehandelt, hier kann man die Wurmlöcher verfolgen. Die Kanten, die Gänge der Würmer, stellen die Verbindung der beiden Seiten, bzw. zwischen „alt“ und „neu“ dar. Durch die Würmer kommt man zur Gegenwart, zur Realität, die negative Züge trägt.
Die schwarzen Sterne sind auch am Tage sichtbar, auf dem hellen Blau. Diese Auffassung leitet sich aus einem poetischen Umgang mit dem Material her. Hier findet ein Kippen, ein Wechsel statt: die Nacht wird zum Tag.
Inspiriert wurde Micha Ullman bei dieser Arbeit von Paul Celans Todesfuge, etwa den hervorgehobenen Passagen der Zeilen
„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz“
Micha Ullman sieht einen Zusammenhang zwischen den vielen von ihm geschaffenen Grubenskulpturen und den Löchern, den schwarzen Sternen des Bretts vom Vöhler Synagogenhimmel.
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Brettübergabe; Stuttgart, Februar 2005 © Kurt-Willi Julius
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Die Hand Gottes / La Main de Dieu (2005) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
geboren in Kpalime (Togo); lebt in Kpalime (Togo)
“Dekorative Tafel mit dem Titel: Die Hand Gottes
- Der Stern auf der Tafel repräsentiert die Macht Gottes. - Das Gebäude stellt die Kirche bzw. Synagoge dar.
- Die blaue Farbe auf der Tafel repräsentiert das Wasser des Lebens, dessen Ursprung die Synagoge ist.
- Entgegen aller Versuche des Menschen, die Entwicklung der Kirche aufzuhalten, war Gott, der hier durch den Stern mit seinen Strahlen symbolisiert wird, wirksam und der Mensch konnte sein Vorhaben nicht erfolgreich abschließen. Mit einem Wort: das, was Gott segnet, kann der Mensch nicht zerstören.“
Übersetzung aus dem Französischen: Koku E. Klutse, Kpalimé (Togo)
Anmerkung: Zusammen mit dem Brett wird der einfache Umschlag aus Packpapier ausgestellt, in dem das Brett, in der Mitte gebrochen, Anfang Mai 2005 mit der Post aus Lomé (Togo) kam. Nach dem Tode des langjährigen Diktators ... , wurde nach einer fragwürdigen Wahl sein Sohn ... zum neuen Machthaber erklärt. Ihn zeigen zwei Briefmarken des Umschlags. Vorwürfe der Opposition, die ihren Kandidaten als den klaren, eigentlichen Sieger sah, führten zu wochenlangen bürgerkriegsähnlichen Zuständen. In ihrem Lauf wurde u. a. das Goethe-Institut in Lomé verwüstet, tausende von Menschen flohen aus Togo ins Nachbarland ... . Nachdem der Künstler wochenlang nicht in Kpalime aufzufinden war, fand das Brett genau in der schlimmsten Zeit den Weg von Lomé nach Vöhl.
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Koku E. Klutse, der Überbringer des Brettes © Reta Reinl
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Sky Instrument of Peace (2005) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1968 in Paramaribo (Suriname); lebt in Paramaribo (Suriname)) Michael meditiert und betet, bevor er mit dieser Art von Arbeit beginnt und erhält dadurch seine Inspiration. (Erst kürzlich hat der die Talare für die Bischofsweihe in Paramaribo entworfen und bemalt.) Er sieht das Kunstwerk schon fertig vor Augen. Ganz besonders mit diesem Holzteil des Sternenhimmels wusste er sofort was zu tun war. Michael ist sehr religiös, auch er hat jüdische Vorfahren und liest täglich in der Bibel. König David und Jesaja bezeichnet er als seine Lehrmeister und Inspiratoren. Als er die Fotos, die anlässlich eines musikalischen Anlasses gemacht wurden, sah, „sprang“ ihn die Violine an. Und auch Marc Chagall´s Werk „The Fiddler on the roof“ tauchte vor seinem inneren Auge auf. Unterstützt wurde er von einem Kupferschmied der Synagoge in Paramaribo, dem Juwelier Chyco und S.T.O., Suriname Reisen, Schweiz. Kleine Reste des Holzteiles wurden der Synagoge in Paramaribo übergeben.
Michael Wong Loi Sing:
„Das Sky Instrument kam mir als eine göttliche Eingabe. Es musste aus Kupfer sein, als Leiter von Elektrizität. Luft, Himmel, Blitz, dicht bei Gott sein, Göttliche Musik, die für uns alle hörbar sein sollte und könnte, aber durch die Gewalt in unserer Welt verstummt ist. Wir werden taub und hart gemacht durch unseren Egoismus, durch Habsucht und Gier und verlieren dadurch die Menschlichkeit und Liebe.
Die Wörter Sinego und Voehl habe ich auf dem Werk auch gebraucht, sie lassen mich denken an Bescheidenheit und Vögel, Vögel, die ich immer wieder in meinen Werken leben lasse. Der Vogel trägt unsere Gedanken in die Luft und in den Himmel, und Sinego, da die Violine ihren Platz in der Synagoge finden wird, eine Violine, die als das Wahre aus dem Himmel fallen wird.
Reliquien sind sehr wichtig für mich, und hier ist nun diese Reliquie aus der Synagoge in Vöhl. Es bringt mich und sicher noch viele andere in direkten Kontakt mit der physischen Anwesenheit des Ortes und seiner Atmosphäre.
Diese Violine ist ein Reliktträger, eingebettet in Kupfer. Das Holz ist kein Holz mehr, es hat eine Transformation erfahren, den Kummer und das Leid gehört und gesehen, die Tränen, die aufstiegen in den hölzernen Himmel. Und nun soll es ein Echo sein, nein, eine Warnung, dass der Holocaust nie mehr geschehen darf. Die Violine ist das Instrument von direkten Emotionen, der Klang und die bescheidene Haltung des Kopfes beim Spielen geben ein Gefühl von Hingabe, Frieden und auch von Stabilität. Es gäbe noch sehr viel zu sagen, aber nun soll (sollte) die Violine selbst zu Wort kommen, soll sie Ihre Herzen und Seele ansprechen und Ihnen sagen: ´Es kommt gut = Het komt goed.´
26. Mai 2005"
Eine Erklärung zur jüdischen Gemeinde in Surinam unter folgendem Link: Jüdische Gemeinde Paramaribo
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Claudia Langer von S.T.O. Swiss & Suriname Travel Organisation holt das Brett ab; Sommer 2004 © Reta Reinl
Michael Wong Loi Sing © Suriname
Michael Wong Loi Sing und Jules Donk, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, vor der Synagoge in Paramaribo (Suriname); Mai 2005 © Suriname
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Mnemonic scrap (2005) © Kurt-Willi Julius
von Kurt-Willi Julius
(*1950 in Israel lebt in Ein Harod Ihud (Israel)) Penny Hes Yassour ist die wohl renommierteste weibliche Künstlerpersönlichkeit Israels. Sie arbeitet oft mit „geistigen Landkarten“, d.h. dem persönlichen Bild, das sie sich von einer Landschaft macht. Ein Beispiel dafür war ihre Arbeit „Screens Railway Map, Germany 1938“ für die Documenta X 1997, die auch Wege in den Holocaust thematisiert.
Penny Yassour war (noch) nie in der Vöhler Synagoge, hat sich aber intensiv im Internet mit ihrer Geschichte und ihrem Aussehen beschäftigt. So ist auch hier „eine geistige Landkarte“, ein persönliches Bild entstanden. Der Titel der Arbeit „Mnemonic Scrap“ kann in etwa mit „Stück aus der Erinnerung“ oder „Stück für die Erinnerung / für das Gedächtnis“ übersetzt werden. Dabei meint „Scrap“ nach ihrem Bekunden durchaus, dass es sich um ein Stück vom – fast wäre das ja tatsächlich passiert – Abfall handelt.
Den geschädigten Charakter des Bretts lässt sie durch das Aufsägen der Länge nach sichtbar werden. Nur ein „Hinter-die-Oberfläche-Sehen“ kann Schäden für den Betrachter langfristig erinnerbar hervorheben. Dabei ist das Brett für den Synagogenhimmel ebenso verloren wie der alte Leuchter, den Penny Hes Yassour aus einer alten Fotografie des Innenraumes kopiert und als Schattenriss in den linken Teil der Arbeit vervielfältigt hat. Trotzdem leuchten Stern und Leuchter in ihrer Arbeit neu.
Auch der rechte Teil leuchtet, obwohl besonders er die Zerstörung zeigt. Die Deutung des hinter dem wurmzerfressenen Brett sichtbaren Musters hat Penny Hes Yassour dem Betrachter überlassen. Viele Besucher der Ausstellung deuten sie als stilisiertes, ins Wanken geratenes Fachwerk. Es scheint aus dem Gleichgewicht geraten, vom Einsturz bedroht, aber es steht noch – so wie die Synagoge in Vöhl.
© Kurt-Willi Julius
Penny Hes Yassour; 14.05.2005 © Karl-Heinz Stadtler
der Kibbuz Ein Harod Ihud; 14.05.2005 © Karl-Heinz Stadtler
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