Foto: Karl-Heinz Stadtler
Zeitgenössische Figur mit unbekannten Ursprung, Textil, Kunststoff, 20x6x6cm

Fotos: Karl-Heinz Stadtler
Diese Thorarolle ist nicht vollständig. Es ist nur noch eine Schriftrollenstange vorhanden, und das Pergament unvollständig. Zeitweise wurde sie in einer christlichen Einrichtung in Jerusalem aufbewahrt. In einem dazugehörenden Brief heißt es, dass ein deutscher Soldat die Rolle aus der brennenden Synagoge in Witebsk (Belarus) gerettet und nach Deutschland gebracht habe.
Holz, Pergament, 65x8,5cm. Schenkung von Frau Schöneweiß aus Vöhl-Obernburg.
Foto: Karl-Heinz Stadtler
Die Thora ist eine handgeschriebene Rolle aus Pergament – manchmal auch aus Ziegenleder – mit dem hebräischen Text der fünf Bücher Mose. Aus einer Thorarolle wird in jüdischen Gottesdiensten gelesen, und zwar in jeder Woche der zu dieser Woche gehörende Abschnitt.
Eine Thorarolle für den Gottesdienstgebrauch wird grundsätzlich von Hand geschrieben. Sie gehört zur Grundausstattung einer jeden Synagoge.
Die Rolle ist auf zwei Schriftrollenstangen aufgerollt; die Enden werden hin und wieder durch den sog. Wimpel, hergestellt aus einer Beschneidungswindel, zusammengehalten. Sie wird von einem kunstvoll bestickten Mantel umhüllt und von einer Krone gekrönt.
Die hier ausgestellte Rolle ist nicht vollständig. Sie beginnt mit dem 2. Buch Mose, Kap. 9, Vers 13. Das Pergament hat noch eine Länge von 9m.
Sie stammt aus einem Antiquariat in Wroclaw (Breslau), Polen. Holz, Pergament, 95x15cm jede Seite.
Dem Förderkreis wurde sie von einem nicht mehr existierenden Marburger Museum geschenkt. Übergeben wurde sie von Helge-Ulrike Hyams.
Foto: Karl-Heinz Stadtler
Thorarolle mit Thoramantel, 33x10cm, Holz, Papier, Textil. Schenkung von Frau Schöneweiß aus Vöhl-Obernburg.

Dieser Thoravorhang stammt aus New York und wurde dem Förderverein im Jahre 2000 von den Familien Mildenberg und Behrend geschenkt. Der Samtstoff ist mit goldenem Faden bestickt mit goldenen Fransen und Bordüren versehen und misst 220x160cm. Links ist eine von zwei erhaltenen Wandleuchten zu sehen. Sie dienten zur Beleuchtung des Thoraschreins.

Die Inschrift im Banner lautet:
„Ein Baum des Lebens ist sie all jenen, die an ihr festhalten.“
Das Wort "sie" bezeichnet die Weisheit bzw. die Thora.

Fotos: Karl-Heinz Stadtler
Die Inschrift in der Spender-Unterschrift
"Eine Spende von Meir, Sohn des Samuel Weinberg und seiner Gattin
zu Ehren der Dame Eidel, der Tachter des
Joel Kofer (oder: Kaufer)
Möge sie ein langes Leben leben.
Anlässlich des erreichten 80. Lebensjahres"
Die genannten Personen sind Mitglied einer jüdischen Gemeinde in New York.
Durch das Zusammenlegen zweier jüdischer Gemeinden, war ein Thora-Vorhang nicht mehr benutzt.
Foto: Karl-Heinz Stadtler
Beschneidungswindel des am 5.11.1953 geborenen Richard Steven Rau. Textil, 250x23cm (einmal gestückelt)
Die Windel, auf der ein neugeborener Knabe bei der Beschneidung liegt, wird anschließend in vier Streifen zerschnitten, die dann zu einem langen Band zusammengenäht werden. Dieses nennt man in der ursprünglichen allgemeinen Bedeutung ,,die Wimpel". Sie wird mit einem Text bestickt oder bemalt, der in seinem Grundgehalt meist gleich ist: Er nennt zunächst den Namen des Kindes und seines Vaters, dem mit der Abkürzungsformel ,,SCHeLlTa" ein langes Leben gewünscht wird, dann der Tag der Geburt des Kindes, und darauf folgt der Wunsch, dass Gott es heranwachsen lassen möge zur Kenntnis und Beachtung des Gesetzes (der Tora), zum Ehestand (symbolisiert durch die Chuppa, den bei der Trauung verwendeten Baldachin) und zur Wohltätigkeit, der schließlich mit “Amen. Sela." beschlossen wird. Die Wimpel wird am ersten Geburtstag des Kindes, wenn er ,,in die Schule (= Synagoge) getragen" wird, dort als Stiftung übergeben und dient dann zur Umwicklung der Tora-Rolle, wodurch diese geschützt wird. Am Sabbat nach dem 13. Geburtstag des Knaben, wenn er als religionsmündiger Bar-Mizwa (,,Sohn des Gesetzes") zum ersten Mal in der Synagoge zur Lesung aufgerufen wird, wird ihm die entsprechende Tora-Rolle mit seiner Wimpel umkleidet vorgelegt. Dieser Brauch, der vor allem unter den westdeutschen Juden gepflegt wurde, soll die enge Verbindung des Einzelnen zur Tora symbolisieren. Die hier gezeigte Tora-Wimpel ist eine Stiftung der Synagogengemeinde Congregation Beth Hillel & Beth Israel, Inc. in New York City. Walter Mildenberg und seine Schwester Ursula Behrend überreichten sie im September 2000 dem Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V. im September 2000. siehe: Stammbaum Familie Mildenberg, Levi
Foto: Kurt-Willi Julius
An der unterschiedlichen Färbung ist an der Südost-Wand der Synagoge der Aufstellungsort des Thoraschreins zu erkennen. Die Farbfassung ist aus der Zeit der Zerstörung der Inneneinrichtung. Die Videos: Rekonstruktion der Inneneinrichtung 2021a and Rekonstruktion der Inneneinrichtung 2021b zeigen die Synagoge mit Thoraschrein.
Foto: Berthold Herberz
Von beiden Wandleuchtern waren die Gläser zerbrochen. Da in der evangelischen Kirche in Vöhl gleiche Leuchten vorhanden waren, wurden die Gläser nach der Renovierung der Kirche der Synagoge als Schenkung übergeben. Holzsockel, Messing, Glas, 45 x15cm.
Foto: Karl-Heinz Stadtler
Zeitgenössische Zedakah-Büchse. Schenkung, Holz, Blech, 15x17x10cm
Zedaka ist das jüdische Gebot der Wohltätigkeit. Vielleicht ist diese Hand die Einwurföffnung einer Spendenbüchse, einer Zedaka-Büchse, die bei der Sabbatfeier benutzt wurde. Sie stehen in vielen Synagogen und an den Eingängen zu Friedhöfen und Friedhofshallen. Auch im Anschluss an Beerdigungen ist es üblich, eine Spende hinein zu geben.



Fotos: Berthold Herberz
Zohar (übersetzt: Das Buch des Glanzes), hebräisch, Vilnus (Litauen), 1882, geprägter Ledereinband mit Baumwollfaden geflickt, vollständig, 24x17x5cm, Herkunft unbekannt.
Der Besitzer ist auf der Rückseite des Buchdeckels eingeschrieben: „Jacob Dahan, Sohn des Lehasisan“. Der Name stammt aus dem südlichen Mittelmeerraum. Es ist unklar, ob das Buch Teil der Genisa ist.
Geschrieben ist er in hebräischer Schrift in einem künstlich altertümlichen Aramäisch, um sein Alter und Bedeutung zu unterstreichen. Ein Buch für Experten; es ist nicht für die alltäglichen Gebete geeignet.
Der Zohar ist das bedeutendste Buch der jüdischen Mystik, der Kabbala. Er stellt eine Auslegung und Kommentar dar. Hier der 2. Teil eines fünfbändigen Werkes: 2. Buch Moses „Exodus“. Als Autor wird Schimon ben Jochai genannt. Diese Zuschreibung gilt heute nicht mehr. Heute gilt als Autor Mosche de Leon.
Der Zohar benutzt für die biblische Auslegung vier Ebenen des Verständnisses,
Die Anfangsbuchstaben dieser vier hebräischen Wörter bilden den Begriff „PaRDeS“ (‚Obstgarten‘, verwandt mit dem deutschen Wort "Paradies").
Alle Angaben sind mit der freundlichen Unterstützung von Herrn Beni Pollak, Lehrer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen erstellt.
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